Autoren-Seite von Dr. Katharina Bey
Dr. Katharina Bey
Dr. Katharina Bey ist Psychologische Psychotherapeutin und Leiterin der Spezialambulanz für Zwangsstörungen am Universitätsklinikum Bonn. Neben ihrer therapeutischen Tätigkeit forscht sie u. a. zu den genetischen Grundlagen der Zwangsstörung. Sie ist Autorin zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und des Fachbuchs Zwangsstörungen - Ein evidenzbasiertes Behandlungsmanual*.
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Empfindest du in manchen Momenten Unsicherheit bzgl. deiner eigenen sexuellen Orientierung, obwohl du eigentlich ganz genau weißt, dass du hetero- bzw. homosexuell bist? Überprüfst du deine körperlichen Reaktionen darauf, ob du bestimmte Personen attraktiv oder sexuell anziehend findest? Oder versuchst du dir in deinem sozialen Umfeld regelmäßig die Bestätigung einzuholen, dass du dir bzgl. deiner sexuellen Orientierung absolut sicher sein kannst? Dann könnte es sein, dass du unter einer Form der Zwangsstörung leidest, die im englischsprachigen Raum als Sexual Orientation OCD, kurz SO-OCD, bezeichnet wird.

Du hast vielleicht schon erste Erfahrungen mit Expositionen gemacht oder zumindest verstanden, warum sie bei Zwangsstörungen wirken. Wenn sich dein Zwang aber vor allem im Kopf abspielt oder du Befürchtungen hast, die abstrakt sind oder weit in der Zukunft liegen, stellt sich schnell die Frage: Was macht man, wenn klassische Expositionen scheinbar nicht passen? Genau hier kommt ein Werkzeug ins Spiel, das viele noch gar nicht kennen: imaginative Expositionen. In dieser Artikel-Reihe zeigen wir dir, was dahintersteckt – und wie du dieses scheinbar widersprüchliche, aber sehr effektive Vorgehen gezielt für dich nutzen kannst.

Viele Zwänge werden von ausgeprägten Schuldgefühlen begleitet. Beispielsweise erleben manche Betroffene von Kontrollzwängen die reine Möglichkeit, einen folgenschweren Fehler gemacht zu haben, als so bedrohlich, dass ein starkes Schuldgefühl entsteht, welches sie durch wiederholte Zwangshandlungen zu reduzieren versuchen. Bei Betroffenen von aggressiven oder sexuellen Zwangsgedanken kann allein das Denken eines unwillkürlichen Gedankens Schuldgefühle auslösen. Wieso Zwänge oft mit Schuldgefühlen verknüpft sind und wie du Ihnen im Rahmen von Expositionen begegnen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Betroffene von Zwangsgedanken wünschen sich meist nichts mehr, als ihre quälenden Gedanken, Bilder oder Impulse willentlich stoppen zu können. Sicherlich hast du selbst schon einmal versucht, einen Gedanken mit aller Macht zu unterdrücken – und bist daran gescheitert. Wieso der Wunsch nach Gedankenkontrolle nachvollziehbar, aber wenig erfolgsversprechend ist, und welche alternativen Strategien helfen können, um Zwangsgedanken langfristig loszuwerden, erfährst du in diesem Artikel.